Berthold M├╝ller-Oerlinghausen

1893

10. Februar: Berthold M├╝ller, der sich sp├Ąter M├╝ller-Oerlinghausen nannte, wird in Oerlinghausen bei Bielefeld geboren, als letztes von sechs Kindern des Leinenkaufmannes Bruno M├╝ller und seiner Frau Alwine geb. Weber. Besuch der Schule in Oerlinghausen.

1910

Noch w├Ąhrend der Gymnasialzeit wird Berthold M├╝ller Privatsch├╝ler von Hans Perathoner, Leiter der Bildhauerklasse an der Kunstgewerbeschule Bielefeld.

1912

Humanistisches Abitur in Bielefeld. Reise mit dem Fahrrad nach Holland. Sch├╝ler in der Holzbildhauerklasse bei Hans Perathoner zusammen mit seinem Schulfreund, dem sp├Ąteren Architekten Emil Steffann, und Bernhard B├Âhmer, dem sp├Ąteren Mitarbeiter von Ernst Barlach. Es entstehen vorwiegend Plastiken nach Tieren.

1914

├ťbersiedlung nach Berlin, Studium an der Kunstgewerbeschule Charlottenburg. Kriegsdienst bei der Kavallerie in Ru├čland, Galizien und Frankreich bis 1918. Ehrenmal in Altweier in den Vogesen 1918.

1919

Fortsetzung des unterbrochenen Studiums in Berlin bei Hans Perathoner und Willy J├Ąckel (Zeichnung), zusammen mit Emil Steffann, Jenny Wiegmann, seiner sp├Ąteren ersten Frau, und Bernhard B├Âhmer. Besch├Ąftigung mit aussereurop├Ąischen Religionen, Musik und Literatur. Bekanntschaft mit dem Theologen Dr. Carl Sonnenschein. Kenntnis der Theosophie durch Gr├Ąfin Schack und Anni Besant.

1920

Heirat mit Jenny Wiegmann. Reise nach Italien insbesondere zu den Mosaiken von Ravenna.

1922

Ostern 1921 mit Jenny Wiegmann gemeinsamer ├ťbertritt zum katholischen Glauben in der Abtei Maria Laach.

1925

Im Juli mit dem Dampfer "Deutschland" der Hamburg-Amerika-Linie Reise nach den USA. Erste (erhaltene) Portr├Ąt-K├Âpfe: Jenny Wiegmann, Emil Steffann u.a.

1929

Sieben Meter hohes Kruzifix in Holz und Bronze f├╝r den Chor von St. Antonius in Schneidem├╝hl (Posen-Westpreussen), erbaut von Hans Herkommer-Stuttgart. Erste Akte. Zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland, u.a. an der Jahresausstellung der Berliner Secession. Einzelausstellung in der Galerie Hans Goltz in M├╝nchen zusammen mit Jenny Wiegmann.

1930

Anfang des Jahres arbeitet er mehrere Monate in Avignon. Ehrenmal f├╝r die Gefallenen auf dem T├Ânsberg bei Oerlinghausen. "Christi Angst am ├ľlberg" u.a. wichtige religi├Âse Plastiken sowie Portr├Ąts. Er wohnt und arbeitet in Berlin, Friedericiastrasse 5.

1931

Trennung von Jenny Wiegmann.

1933

Heirat mit Emily Sturm. L├Ąngere Reise nach Paris.

1936

Geburt des Sohnes Bruno. Gr├╝ndung einer Mosaik-Werkst├Ątte in Berlin, Dahlmannstrasse, gestaltet durch den Freund Hans Scharoun, der ihm sp├Ąter auch sein Haus in Kressbronn am Bodensee ausbaut.

1938

Geburt der Tochter Veronika.

1940

Allm├Ąhliche Stillegung des Berliner Ateliers. Definitive ├ťbersiedlung nach Kressbronn. Dennoch weiterhin rege Ausstellungsbeteiligung in Berlin und Westdeutschland.

1944

Zerst├Ârung des Berliner Ateliers und der Wohnung durch Bomben. Es entstehen keine Arbeiten. Er zahlt seinen Beitrag f├╝r die Reichskulturkammer nicht mehr und wurde am 23. August zwangsveranlagt.

1946

Wiederaufbau der Mosaikwerkst├Ątten in Kressbronn (bestanden bis 1971) zun├Ąchst in Baracken an der Seestrasse.

1947

Erscheinen einer ersten Monographie von Walter Ricklinger.

1952

Dezember - Januar 1953 umfassende Einzelausstellung im St├Ądtischen Kunsthaus Bielefeld. Es entstehen "Junges tanzendes M├Ądchen", der abstrahierende Versuch "Liebespaar", "Erwartung - Sitzender J├╝ngling", Kleinplastik sowie Portr├Ąts u.a. "August Hoff", "Gerhart Hauptmann", "Curt Georg Becker".

1953

Reisen nach Venedig und Sanary (b. Avignon). Einzelausstellung im Wessenberghaus, Konstanz, und in der Galerie Grisebach, Heidelberg, sowie zahlreiche Beteiligungen. W├╝rdigung durch Ulrich Gertz in "Plastik der Gegenwart". Es entstehen "Ikarus", "Der alte Mann und das Meer".

1954

Reise nach Sanary (b. Avignon). Einzelausstellung im St├Ądtischen Museum, Herford, sowie zahlreiche Beteiligungen, u.a. an der "Internationalen Ausstellung moderner christlicher Kunst" im Geb├Ąude der Wiener Secession. Es entsteht ein erstes Grabmal (Hertha M├Âller), "Sibylle", "Der Tod und das M├Ądchen", "Orpheus tr├Ąumt - Orpheus mit der Harfe" sowie Portr├Ąts u.a. "Albert Schweitzer".

1958

Es entsteht das Ehrenmal f├╝r die Gefallenen in der Eligius-Kapelle zu Kressbronn.

1959

Er gr├╝ndet mit dem Architekten Boris von Bodisco die "Gesellschaft der Kunstfreunde Lindau". Umfassende Einzelausstellungen  dort und in Friedrichshafen, St├Ądtisches Bodensee-Museum. Es entsteht das "Grabmal Frau von Conta", "Christus am Kreuz" f├╝r die Herz-Jesu-Kirche in Euskirchen, Kleinplastik sowie Portr├Ąts u.a. "Elly Ney", "Donald B. Kuspit".

1964

Neubau der Mosaik-Werkst├Ątten an der Bodanstrasse in Kressbronn (Architekt Stephan Heise, Sch├╝ler des Freundes Hans Scharoun).

1965

Neubau des Ateliers im Garten seines Hauses am Bodensee (Architekt Stephan Heise, Sch├╝ler des Freundes Hans Scharoun). Nissen".

1968

Verleihung des Bundesverdienstkreuzes.

1974

Ulrich Gertz widmet M├╝ller-Oerlinghausen eine Monographie.

1979

Wie allj├Ąhrlich zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen. Es entstehen noch einige Arbeiten und ein letztes Selbstportr├Ąt. Am 22. Juni stirbt Berthold M├╝ller-Oerlinghausen in Kressbronn am Bodensee. Die vorgesehene Verleihung des Professoren-Titels durch das Land Baden-W├╝rttemberg erlebt er nicht mehr.

1981

Er├Âffnung der Dauerausstellung von Werken von M├╝ller-Oerlinghausen in der "L├Ąnde" in Kressbronn.
 

 

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