Berthold M├╝ller-Oerlinghausen

1893
10. Februar: Berthold M├╝ller, der sich sp├Ąter M├╝ller-Oerlinghausen nannte, wird in Oerlinghausen bei Bielefeld geboren, als letztes von sechs Kindern des Leinenkaufmannes Bruno M├╝ller und seiner Frau Alwine geb. Weber. Besuch der Schule in Oerlinghausen.

1907
Besuch des Gymnasiums in Bielefeld.

1910
Noch w├Ąhrend der Gymnasialzeit wird Berthold M├╝ller Privatsch├╝ler von Hans Perathoner, Leiter der Bildhauerklasse an der Kunstgewerbeschule Bielefeld.

1912
Humanistisches Abitur in Bielefeld. Reise mit dem Fahrrad nach Holland. Sch├╝ler in der Holzbildhauerklasse bei Hans Perathoner zusammen mit seinem Schulfreund, dem sp├Ąteren Architekten Emil Steffann, und Bernhard B├Âhmer, dem sp├Ąteren Mitarbeiter von Ernst Barlach. Es entstehen vorwiegend Plastiken nach Tieren.

1913
Tod des Vaters.

1914
├ťbersiedlung nach Berlin, Studium an der Kunstgewerbeschule Charlottenburg. Kriegsdienst bei der Kavallerie in Ru├čland, Galizien und Frankreich bis 1918. Ehrenmal in Altweier in den Vogesen 1918.

1919
Fortsetzung des unterbrochenen Studiums in Berlin bei Hans Perathoner und Willy J├Ąckel (Zeichnung), zusammen mit Emil Steffann, Jenny Wiegmann, seiner sp├Ąteren ersten Frau, und Bernhard B├Âhmer. Besch├Ąftigung mit aussereurop├Ąischen Religionen, Musik und Literatur. Bekanntschaft mit dem Theologen Dr. Carl Sonnenschein. Kenntnis der Theosophie durch Gr├Ąfin Schack und Anni Besant.

1920
Heirat mit Jenny Wiegmann. Reise nach Italien insbesondere zu den Mosaiken von Ravenna.
 
1921
Mai: Reise nach Innsbruck, Padua, Venedig, Ettal, Passau. Freundschaft mit Aloys Wach in Mittenwald. Bekanntschaft mit dem Abt von Maria Laach, Ildefons Herwegen, durch dessen theologische und kirchengeschichtliche Vorlesungen w├Ąhrend der dortigen "Tagungen f├╝r christliche Kunst". Im November erste Ausstellung im Kunstsalon Fischer in Bielefeld gemeinsam mit Jenny Wiegmann und Aloys Wach.

1922
Ostern 1921 mit Jenny Wiegmann gemeinsamer ├ťbertritt zum katholischen Glauben in der Abtei Maria Laach. Ehrenmal f├╝r die Gefallenen des Sch├╝lergesangvereines "Kehlkopf" in Bielefeld, Johannisberg.
 
1923
Beteiligung an der Ausstellung "Dombauh├╝tte" in M├╝nchen, geleitet von Peter Behrens. Zusammen mit Jenny Wiegmann Bau und Gesamtausstattung der Antoniuskapelle in Oerlinghausen mit Relieffresken in farbigem Kalkstuck (bis 1924) unter Beratung des Freundes und sp├Ąteren M├Ąrtyrers des Nationalsozialismus Pater Kilian Kirchhoff.

1924
Im September Beteiligung an einer Ausstellung in der Galerie Ernst Arnold in Dresden "Ausstellung f├╝r religi├Âse Kunst". Im Herbst Reise mit seiner Frau nach Rom. Auftrag f├╝r eine Gro├čplastik in der Missionsausstellung des Vatikan zum Heiligen Jahr 1925: Papst Gregor der Gro├če sendet Augustin von Canterbury nach England zur Mission (mit drei Sockelreliefs seiner Frau).

1925
Im Juli mit dem Dampfer "Deutschland" der Hamburg-Amerika-Linie Reise nach den USA. Erste (erhaltene) Portr├Ąt-K├Âpfe: Jenny Wiegmann, Emil Steffann u.a.
 
1926
Fassadengestaltung mit ├╝berlebensgro├čer Christusfigur sowie Glasfenster f├╝r die Franziskanerkirche in Hagen (Westfalen). Freundschaftsbrunnen in Hagen im Fleyer-Viertel. Zweite Einzelausstellung im Kunstsalon Fischer in Bielefeld zusammen mit seiner Frau Jenny M├╝ller-Wiegmann. Gezeigt wurden christliche Arbeiten und Portraits.

1927
Glasfenster f├╝r das Vincentinerinnen-Kloster in Heppenheim.
 
1928
Reisen nach Italien (Sal├│), Frankreich (Chartres, Poitiers, Le Mans, Riviera) und nach Spanien (Avila, Toledo, Santiago, La Coruna, Bourges, L├ęon, Sevilla, Granada). Teilnahme an der Katholischen Sonderschau der "Pressa" in K├Âln mit einer lebensgro├čen in Holz geschnitzten Kreuzigungsgruppe f├╝r den von Dominikus B├Âhm gestalteten Bibliotheks-Saal. Gestaltung von 6 Glasfenstern in St. Andreas, Essen-R├╝ttenscheid. Erstes getriebenes Relief.

1929
Sieben Meter hohes Kruzifix in Holz und Bronze f├╝r den Chor von St. Antonius in Schneidem├╝hl (Posen-Westpreussen), erbaut von Hans Herkommer-Stuttgart. Erste Akte. Zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland, u.a. an der Jahresausstellung der Berliner Secession. Einzelausstellung in der Galerie Hans Goltz in M├╝nchen zusammen mit Jenny Wiegmann. Bedeutende Portr├Ąts neuer stilistischer Tendenz: Ernst Kamnitzer, Robert Oboussier.

1930
Anfang des Jahres arbeitet er mehrere Monate in Avignon. Ehrenmal f├╝r die Gefallenen auf dem T├Ânsberg bei Oerlinghausen. "Christi Angst am ├ľlberg" u.a. wichtige religi├Âse Plastiken sowie Portr├Ąts. Er wohnt und arbeitet in Berlin, Friedericiastrasse 5.  Neben den bereits genannten Namen von Architekten, Bildhauern und Kunsth├Ąndlern, mit denen M├╝ller-Oerlinghausen zusammenarbeitete, Freundschaften mit Peter Behrens, Bruno Paul, Direktor der Akademie der K├╝nste in Berlin, August Hoff, Gr├╝nder und Direktor des Duisburger Museums und sp├Ąter Leiter der Werkkunstschule K├Âln, Oskar Moll, Hermann Blumenthal, Ewald Matar├ę, dem Kirchenmaler Peter Hecker, den Berliner Theologen Dr. Pinsk und Romano Guardini, den Malern Hermann und Christel Poll aus Bielefeld und D├╝sseldorf, dem Architekten Clemens Holzmeister aus Wien, dem Privatgelehrten Theo Buddeberg, dem Maler Heinrich Kamps und dem Bildhauer Ludwig Gies. Ab jetzt signiert er meist mit dem Monogramm "BMO".

1931
Trennung von Jenny Wiegmann. Teilnahme an den Ausstellungen der Preussischen Akademie der K├╝nste. Theresienaltar in St. Michael, Saarbr├╝cken, Architekt Hans Herkommer. "Die J├╝nger von Emmaus", "Loth und seine T├Âchter" sowie Akte und Portr├Ąts.

1932
Teilnahme an der Ausstellung "Religi├Âse Kunst der Gegenwart" w├Ąhrend des Katholikentages in Essen. Einzelausstellung in Berlin  zusammen mit Jenny Wiegmann. Portr├Ąts, u.a. Gabriele Mucchi. Wohnung und Atelier jetzt in Berlin, Neue Kantstrasse 13.

1933
Heirat mit Emily Sturm. L├Ąngere Reise nach Paris. Organisator der katholischen Abteilung und  Teilnahme an der Ausstellung "Modern Ecclesiastical Art, International Exposition, Chicago 1933". Hoch- und Seitenalt├Ąre f├╝r die Heilig-Geist-Kirche in Berlin-Charlottenburg. Beginn der Reihe der Osterleuchter. Verbringt ab jetzt meist den Sommer in Kressbronn am Bodensee.

1934
K├╝rzere Reise ins Tessin (auch in den folgenden Jahren).
Er├Âffnung eines Museums f├╝r neue religi├Âse Kunst in Utrecht mit den "J├╝ngern" von M├╝ller-Oerlinghausen. Glasfenster f├╝r die Kirche in Guttentag, Oberschlesien ( heute Dobrozien ). "Der verlorene Sohne", "W├╝nschelruteng├Ąnger", "M├Ądchen am Wasser".

1935
Reisen nach Dalmatien und in die Schweiz. Einzelausstellung in der Galerie Ferdinand M├Âller zusammen mit Lyonel Feininger. Es entstehen "Diogenes sucht Menschen", "Melancholie des Alters", zahlreiche getriebene Reliefs sowie Portr├Ąts u.a. "Der Pianist Alfred Cortot".

1936
Tod der Mutter. Geburt des Sohnes Bruno. Gr├╝ndung einer Mosaik-Werkst├Ątte in Berlin, Dahlmannstrasse, gestaltet durch den Freund Hans Scharoun, der ihm sp├Ąter auch sein Haus in Kressbronn am Bodensee ausbaut. Sonderausstellung im Kunstverein D├╝sseldorf. Einzelausstellung im St├Ądtischen Kunsthaus Bielefeld. Es entstehen "Aufgang", "Sinnender Mann", "M├Ąnnlicher Torso", "Portr├Ąt Dominikus B├Âhm".

1937
Schiffsreise entlang der jugoslavischen K├╝ste. Einzelausstellung bei Karl Buchholz, Berlin, zusammen mit Aquarellen von Karl Schmidt-Rottluff. Erste W├╝rdigung in einer gr├Âsseren Publikation durch Alfred Hentzen in: "Deutsche Bildhauer der Gegenwart" im Rembrandt-Verlag, Berlin.  Es entstehen "Stehender Knabe", "Horchender Hirte", ein erstes Portr├Ąt seiner Frau Emily.

1938
Geburt der Tochter Veronika. Beteiligung an Skulpturen-Ausstellungen der Z├╝richer Kunstgesellschaft und "Deutsche Bildhauer der Gegenwart" in Warschau. Es entstehen zwei "Kreuzigungsgruppen", "Weibliche Aktfigur mit aufgest├╝tzten H├Ąnden", "Stehender J├╝ngling mit erhobener Hand", "Orpheus und Eurydike", eine Serie von getriebenen Reliefs zu Tierdarstellungen, ein zweites Portr├Ąt seiner Frau Emily.

1939
W├╝rdigung durch Fritz Nemitz in "Junge Bildhauer". Es entstehen einige Akte u.a. die "Harmonie" sowie Portr├Ąts, u. a. "Houston Stewart Chamberlain". Emily und Berthold M├╝ller-Oerlinghausen fahren zum 30. Juni 1939 nach Z├╝rich, um ohnm├Ąchtig - weil zwar wohlhabend aber ohne Devisen - dem Ausverkauf der "Gem├Ąlde und Plastiken Moderner Meister aus Deutschen Museen" in der Galerie Fischer zuzusehen.

1940
Allm├Ąhliche Stillegung des Berliner Ateliers. Definitive ├ťbersiedlung nach Kressbronn. Dennoch weiterhin rege Ausstellungsbeteiligung in Berlin und Westdeutschland. W├╝rdigung durch Bruno E. Werner in: "Die deutsche Plastik der Gegenwart". Es entstehen "Stehendes M├Ądchen", "Orpheus und die Tiere", das Portr├Ąt "Luise Ullrich".

1941
Einzelausstellung im Kunsthaus Rudolf Probst und Edith Baum, Mannheim. Es entstehen "Orpheus' Klage" sowie Portr├Ąts u.a. "Wilhelm Furtw├Ąngler", "Annette von Droste-H├╝lshoff".

1942
Mai/Juni: Aufenthalt in Rapallo, Dezember: Reise nach Rom. Einzelausstellungen im Kunsthaus Schaller, Stuttgart, zus. mit Aquarellen von Beate J├Ąkel, und in der Kunstausstellung Gerstenberger, W. Grosshennig u. H.-K. Stickel, Chemnitz. Es entstehen einige Akte u.a. "Am Morgen" sowie Portr├Ąts, u. a. "Ernst Barlach".

1943
Einzelausstellung in der Kunstausstellung K├╝hl in Dresden, zusammen mit Aquarellen von E. Ahnert. Es entsteht ein Akt und das Selbstbildnis "Ich selbst mit 50 Jahren". M├╝ller-Oerlinghausen  lehnt die Aufforderung zu einer Beteiligung an der Ausstellung einer Nationalsozialistischen Kulturorganisation ab.

1944
Zerst├Ârung des Berliner Ateliers und der Wohnung durch Bomben. Es entstehen keine Arbeiten. Er zahlt seinen Beitrag f├╝r die Reichskulturkammer nicht mehr und wurde am 23. August zwangsveranlagt.

1945
Am 1. September erh├Ąlt er von der franz├Âsischen Milit├Ąrverwaltung einen Laisser-Passer, um nach ├ťberlingen, Konstanz, Hemmenhofen, Lindau, Bregenz und Ravensburg zwecks Vorbereitung einer Ausstellung moderner Kunst reisen zu k├Ânnen, die Dank der Mithilfe von Walter Kaesbach rasch realisiert werden konnte. Im Oktober/November Teilnahme an dieser Austellung im St├Ądtischen Museum in ├ťberlingen. Es entstehen "Flucht aus der brennenden Stadt" und Portr├Ąts.

1946
Wiederaufbau der Mosaikwerkst├Ątten in Kressbronn (bestanden bis 1971) zun├Ąchst in Baracken an der Seestrasse. Einzelausstellung im St├Ądtischen Museum Lindau und in der Galerie Kunstspiegel in Freiburg. Auch wieder zahlreiche Beteiligungen an Ausstellungen in Bielefeld, Konstanz, T├╝bingen und K├Âln. Es entstehen eine weitere Fassung der "Flucht aus der brennenden Stadt" sowie zu "Orpheus und Eurydike" und Portr├Ąts.

1947
Erscheinen einer ersten Monographie von Walter Ricklinger. Verschiedene Ausstellungsbeteiligungen u.a. an "Deutsche Kunst der Gegenwart" im Kurhaus Baden-Baden. Es entstehen zwei Holzfassungen der "Flucht aus der brennenden Stadt", "M├Ądchentorso", "Priester tr├Ągt das Allerheiligste", "Alte Fl├╝chtlingsfrau auf dem Bahnsteig", "Sonderbares Paar" sowie Portr├Ąts u.a. "Christian Rohlfs". Mitbegr├╝nder der "Oberschw├Ąbischen Secession" und Vorstandsmitglied (ab 1950 "Secession Oberschwaben-Bodensee"), zusammen mit dem Freund Andr├ę Ficus, der bald auch HAP Grieshaber, Max Ackermann, Curth Georg Becker, Otto Dix u.a. beitraten.

1948
Teilnahme an der "Internationalen Ausstellung, Christliche Kunst der Gegenwart" K├Âln "im Domjahr 1948". Es entstehen "Der Vorl├Ąufer", "Abschied", eine erste der Genre-haften Kleinplastiken "Siesta - liegender Knabe" sowie Portr├Ąts.

1949
Beginn des Magen-Leidens, im Herbst Aufenthalt in einem Sanatorium in Berchtesgaden. Es entstehen "Drei trauernde Frauen am Grabe Christi" in mehreren Fassungen, "Mari├Ą Heimsuchung", "Das heilige Antlitz", "M├Ądchentorso" und Portr├Ąts.

1950
September: Reise an den Lago Maggiore, Mailand, Genua, Rapallo, Portofino, La Spezia, Florenz, Sizilien. Wieder zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen u. a. an der Internationalen Ausstellung christlicher Kunst anl├Ą├člich der Feier des Heiligen Jahres in Rom. Es entstehen ein Akt, "Eurydike", "Intimes Gespr├Ąch" sowie Portr├Ąts u. a. "Anneliese Becker"

1951
Reise nach Sizilien. Ausstellungsbeteiligungen u.a. in "Deutsche Bildhauer der Gegenwart" Hannover, Kestner-Gesellschaft.

1952
Dezember - Januar 1953 umfassende Einzelausstellung im St├Ądtischen Kunsthaus Bielefeld. Es entstehen "Junges tanzendes M├Ądchen", der abstrahierende Versuch "Liebespaar", "Erwartung - Sitzender J├╝ngling", Kleinplastik sowie Portr├Ąts u.a. "August Hoff", "Gerhart Hauptmann", "Curt Georg Becker".

1953
Reisen nach Venedig und Sanary (b. Avignon). Einzelausstellung im Wessenberghaus, Konstanz, und in der Galerie Grisebach, Heidelberg, sowie zahlreiche Beteiligungen. W├╝rdigung durch Ulrich Gertz in "Plastik der Gegenwart". Es entstehen "Ikarus", "Der alte Mann und das Meer".

1954
Reise nach Sanary (b. Avignon). Einzelausstellung im St├Ądtischen Museum, Herford, sowie zahlreiche Beteiligungen, u.a. an der "Internationalen Ausstellung moderner christlicher Kunst" im Geb├Ąude der Wiener Secession. Es entsteht ein erstes Grabmal (Hertha M├Âller), "Sibylle", "Der Tod und das M├Ądchen", "Orpheus tr├Ąumt - Orpheus mit der Harfe" sowie Portr├Ąts u.a. "Albert Schweitzer".

1955
Reisen nach Spanien, Schweden und Holland.
Einzelausstellung in der Universit├Ątsbibliothek T├╝bingen. Es entstehen ein Grabmal, das Ehrenmal in Stetten/Donau "St. Michael der Drachent├Âter", ein Versuch Skulptur und Mosaik zu vereinen, die Kreuzigungsgruppe auf dem Friedhof in Liebenau, auf einer Vorstufe des Jahres 1938 fu├čend, die "Trauernde Mutter mit zwei Kindern auf dem Gemeindefriedhof Irrendorf bei Tuttlingen, "Bildhauer tr├Ągt sein Modell" sowie Portr├Ąts.

1956
Erste W├╝rdigung der Mosaik-Werkst├Ątten durch Richard Beger in "Das internationale Bodensee-Buch". Es entsteht das Grabmal "Auferweckung des Lazarus", der "Hl. Mauritius", die "Beweinung", die Kleinplastik "Griechischer Hirte mit Lamm" sowie Portr├Ąts.

1957
Beteiligung an der Ausstellung "Das Portr├Ąt", Reutlingen, Spendhaus, veranstaltet von der Hans-Thoma-Gesellschaft. Es entstehen die Engel f├╝r das Ehrenmal in der St. Anna Kapelle in Dotternhausen Kr. Balingen, eine Tabernakel-T├╝r f├╝r die St. Blasius-Kirche in Dietmannsried, Kleinplastik wie "Kleine Eva von Bamberg", "Kleine Liegende", "M├Ądchen mit Hund" sowie Portr├Ąts u.a. "Igor Strawinsky".

1958
Es entsteht das Ehrenmal f├╝r die Gefallenen in der Eligius-Kapelle zu Kressbronn.

1959
Er gr├╝ndet mit dem Architekten Boris von Bodisco die "Gesellschaft der Kunstfreunde Lindau". Umfassende Einzelausstellungen  dort und in Friedrichshafen, St├Ądtisches Bodensee-Museum. Es entsteht das "Grabmal Frau von Conta", "Christus am Kreuz" f├╝r die Herz-Jesu-Kirche in Euskirchen, Kleinplastik sowie Portr├Ąts u.a. "Elly Ney", "Donald B. Kuspit".

1960
Verschlechterung des Magenleidens, Klinikaufenthalt in Stuttgart. Reise nach Griechenland. Einzelausstellung bei Dr. Ernst Hauswedell, Hamburg, sowie in der Gemeinschaft Kunstausstellung in Donaueschingen. Die Zeitschrift Werkkunst widmet dem Mosaik von M├╝ller-Oerlinghausen ein ganzes Heft. Es entstehen die Portale und die Tabernakelt├╝r f├╝r St. Michael in Oerlinghausen, die "Familie am Feierabend", Kleinplastik und Portr├Ąts u.a. "Werner Gilles".

1961
Es entstehen zahlreiche Kleinplastiken wie "Sitzendes M├Ądchen mit Perlenkette", "Kleine Mutter von Hiroshima" und Portr├Ąts.

1962
Einzelausstellung im Kunstverein Konstanz, Wessenberghaus. Es entstehen zahlreiche Kleinplastiken wie die Gruppe "Die B├╝rger", die Reliefs f├╝r die Eingangshalle der Allgemeinen Ortskrankenkasse in Friedrichshafen sowie Portr├Ąts u.a. "Pablo Picasso", "Marc Chagall".

1963
Freundschaft mit dem Fotografen Lucien Clergue. Einzelausstellungen aus Anla├č des 70. Geburtstages im St├Ądtischen Museum in Lindau, im Kunstsalon Otto Fischer in Bielefed und in der Berufsschule in Schwenningen. W├╝rdigung durch August Hoff im Westfalenspiegel. Es entstehen die Gruppe "Auferweckung des Lazarus", die gro├čen Reliefs f├╝r das Konzerthaus des Staatsbades Salzuflen, g├Ąnzlich Musik und Tanz und ihren Mythen gewidmet, die "Soldatenliebe" sowie Portr├Ąts, u.a. Lucien und Yolande Clergue.

1964
Neubau der Mosaik-Werkst├Ątten an der Bodanstrasse in Kressbronn (Architekt Stephan Heise, Sch├╝ler des Freundes Hans Scharoun). Es entsteht Kleinplastik, das "Spiel mit dem Ball", "Ring der Schaffenden H├Ąnde" sowie Portr├Ąts u.a. Claude Dornier.

1965
Neubau des Ateliers im Garten seines Hauses am Bodensee (Architekt Stephan Heise, Sch├╝ler des Freundes Hans Scharoun). Januar-Februar: Reise nach ├ägypten. Es entstehen ein Grabmal, Kleinplastik sowie Portr├Ąts u.a. "Traugott von Stackelberg", "Professor Nissen".

1966
Einzelausstellungen in der Galerie Baukunst, K├Âln, zusammen mit Aquarellen von Oskar Kokoschka, und in der kleinen Galerie am Elisabethenbad in Bad Waldsee, zusammen mit Holzschnitten von Andr├ę Ficus. Es entsteht der lebensgro├če "Knabe mit Vogel", Kleinplastik sowie Portr├Ąts u.a. "Hector von Salis".

1967
Einzelausstellungen in M├╝nchen in der Galerie Seifert-Binder, zusammen mit Aquarellen von Andr├ę Ficus sowie im Kunsthaus Weinm├╝ller. Andr├ę Ficus widmet M├╝ller-Oerlinghausen in der Zeitschrift Werkkunst einen l├Ąngeren Artikel. W├╝rdigung durch Adolf Rieth in "Denkmal ohne Pathos". Es entsteht die Gruppe "Abschied".

1968
Reise nach Tunesien. Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. Einzelausstellung in der Kreissparkasse in Ravensburg. Ludwig Schultheis widmet dem Bildhauer und Mosaikk├╝nstler in der Zeitschrift Kunst und Handwerk einen ausf├╝hrlichen Bericht. Es entsteht "Der Heilige Sebastian", Brunnenfigur f├╝r Hattingen, zahlreiche Kleinplastiken u.a. das dreiteilige "Symposion des Plato" sowie das Adenauer-Portr├Ąt in zwei Fassungen.

1969
Reise im Herbst nach Griechenland. Es entstehen die gro├če Fassung der Gruppe "Spiel mit dem Ball", Kleinplastik als Rundplastik und Relief wie die "Verleugnung des Petrus" oder "Mann mit f├╝nf Frauen" sowie Portr├Ąts u.a. ein "Selbstbildnis" sowie "Otto Dix" in zwei Fassungen.

1970
Einzelausstellung in der Galerie Stuckert in Konstanz, zusammen mit Aquarellen von Andr├ę Ficus. Es entsteht der lebensgro├če J├╝ngling "Dank an die Gottheit" sowie zahlreiche Kleinplastiken wie "Tanzendes M├Ądchen" und "Liegender trunkener Mann".

1971
Einzelausstellung im Lippischen Landesmuseum in Detmold. Es entstehen die gro├če Fassung der Gruppe "Auferweckung des Lazarus" und Kleinplastik.

1972
Reise nach S├╝dfrankreich. Es entsteht "Der L├╝genberg", zahlreiche Kleinplastik wie "Zwei K├Âpfchen", "Er glaubt, er sei der Kaiser von China", zwei Selbstbildnisse sowie das Portr├Ąt "Ulrich Gertz".

1973
Einzelausstellung im St├Ądtischen Bodensee-Museum in Friedrichshafen "Berthold M├╝ller-Oerlinghausen und sein Freundeskreis", im St├Ądtischen Museum in Lindau, im Museum der Stadt Goslar und in der Kreissparkasse Ravensburg aus Anla├č des 80. Geburtstages. Es entstehen die Gruppe "Sehnsucht und Erf├╝llung", die Kleinplastik "Maria und Josef auf der Flucht im Traum von b├Âsen Geistern verfolgt" sowie Portr├Ąts u.a. "Rainer Maria Rilke" in zwei Fassungen.

1974
Ulrich Gertz widmet M├╝ller-Oerlinghausen eine Monographie. Es entstehen zahlreiche Kleinplastiken wie "Froschberg", "Die Pleitegeier", "Mutter und Kind", "Kaiserin und Zofe" sowie Portr├Ąts u.a. von "Andr├ę Ficus" und "Annette von Droste-H├╝lshoff".

1975
Einzelausstellung in der Galerie Kunsth├Ąusle in Singen. Es entstehen einige Portr├Ąts.

1976
Einzelausstellungen in den Kreissparkassen Kressbronn und Wangen sowie im Schulzentrum in Oerlinghausen. Es entstehen zahlreiche Kleinplastiken wie "Hl. Franziskus", "Maria, Johannes und Maria-Magdalena", "Drei Lebensalter", "Sitzender Affe" sowie der fast lebensgro├če "S├Ąmann".

1977
Einzelausstellung im Haus zum Cavazzen in Lindau, zusammen mit Zeichnung und Druckgraphik von Gerda von Bodisco. Es erscheint die Dokumentation ├╝ber die Sezession Oberschwaben-Bodensee von Gisela Linder und Herbert Karl Kraft, herausgegeben von Andr├ę Ficus. Es entstehen Kleinplastiken und Portr├Ąts. M├╝ller-Oerlinghausen erh├Ąlt im Museum Langenargen einen eigenen Ausstellungs-Raum.

1978
Es entstehen einige Portr├Ąts und ein letzer Akt nach seiner Enkelin Jenny.

1979
Wie allj├Ąhrlich zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen. Es entstehen noch einige Arbeiten und ein letztes Selbstportr├Ąt. Am 22. Juni stirbt Berthold M├╝ller-Oerlinghausen in Kressbronn am Bodensee. Die vorgesehene Verleihung des Professoren-Titels durch das Land Baden-W├╝rttemberg erlebt er nicht mehr.

1981
Er├Âffnung der Dauerausstellung von Werken von M├╝ller-Oerlinghausen in der "L├Ąnde" in Kressbronn.
 
1983
Aus Anla├č des 90 Geburtstages Einzelausstellungen im Kunstverein Konstanz, Wessenberghaus, und im Kunstverein in Oerlinghausen. Erscheinen der Monographie von Gisela Linder in der Reihe "Kunst am See". Dechant Karl Henke aus Oerlinghausen h├Ąlt zur Er├Âffnung der Gedenkausstellung "Das religi├Âse Werk" in der L├Ąnde zu Kressbronn einen Vortrag zum Thema "Das religi├Âse Werk von Berthold M├╝ller-Oerlinghausen".

1989
Emily M├╝ller-Oerlinghausen wird Ehrenb├╝rgerin der Gemeinde Kressbronn. (Sie hatte bereits 1924-1928 das Kinder-Erholungsheim Ihres Onkels Dr. Wiedersheim in Kressbronn gemeinsam mit Marguerite Oboussier geleitet.)

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