Fritz Winter

1905
Fritz Winter wird am 22. September in Altenbögge bei Unna geboren. Der Vater war Bergmann, die Mutter Hausfrau

1919
Ausbildung zum Elektriker - anschliessend Elektromonteur und Bergmann

1924
arbeitslos - vagabundiert durch Belgien und Holland - erste Mal- und Zeichenversuche - setzt sich mit Vincent von Gogh und Paula Modersohn-Becker auseinander

1927-1930
Studium am Bauhaus in Dessau bei Josef Albers, Wassily Kandinsky, Oskar Schlemmer, Joost Schmidt, Paul Klee u. a. - Verbindung von kĂĽnstlerischen und naturwissenschaftlichen Interessen

1928-1929
erste Ausstellungsbeteiligung „Junge Bauhausmaler“ in Halle, Braunschweig, Erfurt und Krefeld

1929
Besuch bei Ernst Ludwig Kirchner in Davos - erste Einzelausstellung in Davos - Begegnung mit Naum Gabo - von Kirchner und der Kunst der „Primitiven“ beeinflusst

1930
zweiter Besuch bei Kirchner in Davos - Übersiedlung nach Berlin mit Franz Ehrlich und Heinz Loew, Gruppe „Studio Z“ - arbeitet 3 Monate im Atelier von Naum Gabo in Berlin - am 10. September Ende des Bauhausstudiums - erste Einzelausstellung in Deutschland, Kunststube Buchholz Berlin - es entstehen erste abstrakte Kompositionen in der Folge formaler Lösungen von Arp, Braque, Kirchner und Picasso

1931-1932
unterrichtet an der Pädagogischen Akademie in Halle - dritter Besuch bei Kirchner - Reise nach Italien - es entstehen Collagen

1932
es entstehen „Biomorphe Ovale“ (bis 1935), „Tektonische Varianten der Elementarformen“, „Geometrische Kompositionen“

1933
zieht mit seiner Lebensgefährtin Margarete Schreiber-Rüffer und deren Sohn Klaus-Dietrich nach Allach bei München - Beteiligung an der Ausstellung „Zeitgenössische deutsche Kunst aus Schweizer Privatbesitz im Kunsthaus Zürich“ - es entstehen „Offene Winkelkonstruktionen“ und erste „Dynamische Lichträume“ (bis 1937) und deren erste Ausformung „Kristall- und Lichtbündelbilder“ (bis 1934)

1935
Umsiedlung nach Diessen am Ammersee - es entstehen als zweite Gruppe der „Dynamischen Lichträume“ die „Phantastischen Landschaften“ (bis 1937)

1936
Aufnahme in die Reichskulturkammer

1937
alle Arbeiten Winters in deutschen öffentlichen Sammlungen werden im Rahmen der „Aktion Entartete Kunst“ beschlagnahmt - er erhält Malverbot - es entstehen Arbeiten in der „Dominanz des Tellurischen“

1939-1945
Soldat an der Ostfront - zahlreiche Heimat- und Genesungs-Aufenthalte wegen Verwundungen - während dieser Heimataufenthalte entstehen 1940-1944 die „Triebkräfte der Erde“

1941
Tod Klaus-Dietrich Schreibers

1944
in den ersten Monaten des Jahres entstehen während eines Genesungsurlaubes die etwa 45 zentralen Arbeiten der „Triebkräfte der Erde“ auf Schreibmaschinenblättern

1945-1949
gerät in russische Gefangenschaft

1946
Beteiligung an diversen Kunstausstellungen durch Initiative von Frau Schreiber-RĂĽffer

1949
10. Mai Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft in Russland - Gründungsmitglied der Gruppe ZEN 49 - stellt in der Kunsthalle Mannheim gemeinsam mit Ernst Wilhelm Nay aus - es entstehen nach „Rückbezügen“, Anknüpfungen an die „Triebkräfte der Erde“, erste neue Werke in „schweren Einzelformen“ und „materialbetonter Bildtextur“

1950
Reisen nach Italien und Frankreich - Begegnung mit Hans Hartung in Paris, II. Biennale-Preis Venedig, 2. Ströher-Preis Darmstadt

1950-1956
Frau Marbach aus Bern gewinnt ihn als Künstler der Galerie, nimmt ihn „unter Vertrag“

1951
Domnick-Preis Stuttgart - 1. Preis des Deutschen Künstlerbundes Berlin, als deren Mitglied er weiterhin an den Jahresausstellungen teilnimmt - stellt in der Kestner-Gesellschaft Hannover gemeinsam mit Lyonel Feininger aus - es entsteht die Werkgruppe „Dynamisches Lineament und Farbraum“ (bis 1955)

1952
Konrad-von-Soest-Preis

1953
Gastdozent an der Landeskunstschule Hamburg - heiratet Margarete Schreiber-RĂĽffer

1955
Berufung zum Professor an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste (später: Gesamthochschule) Kassel - Premio Lissone

1956
Cornelius-Preis der Stadt Düsseldorf - es entsteht die Werkgruppe „Verhärtete Formen“ (bis 1961)

1957
Internationaler Graphikpreis Tokio - Preis der Internationalen Bau-Ausstellung Berlin - Preis der „Association Belge des Critiques d’Art“

1958
Preis der Weltausstellung BrĂĽssel - Kunstpreis der Stadt Berlin - Premio Marzotto Mailand (2. Preis) - der Tod von Frau Winter-RĂĽffer verursacht schwere Depressionen

1959
Grosser Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen - heiratet nach längerer Krankheit Waltraud Schreiber

1961
es entstehen unter dem neuen „Primat der Farbe“ (bis 1975) zunächst die „Rechteck- und Reihenbilder“ (bis 1966)

1965-66
erste grosse Retrospektive zu seinem 60. Geburtstag in Kassel, Koblenz, Hannover, Mannheim, DĂĽsseldorf, Stuttgart und Berlin

1966
es entsteht die Werkgruppe „Verhärtete Strukturen - Schablonenbilder“ (bis 1975)

1969
Grosses Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland

1970
Ende der Professur in Kassel - zieht sich ganz nach Diessen zurĂĽck

1971
Orden Pour la mérite

1974
Grosses Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland mit Stern - Tod von Frau Schreiber-Winter - Schenkung einer grossen Anzahl von Bildern an den Galerieverein MĂĽnchen, jetzt Fritz-Winter-Stiftung MĂĽnchen

1975
Eröffnung des Fritz-Winter-Hauses in Ahlen

1976
im Juni Zuerkennung des Rubens-Preises der Stadt Siegen fĂĽr 1977 - stirbt am 1. Oktober in Herrsching am Ammersee

Galerie Henze & Ketterer
Kirchstrasse 26, CH 3114 Wichtrach
Tel. +41 (0)31 781 06 01
Galerie Henze & Ketterer & Triebold
Wettsteinstrasse 4, CH 4125 Riehen
Tel. +41 (0)61 641 77 77