George Grosz

1893
George Grosz wird als Georg Ehrenfried Gross am 26. Juli in Berlin geboren. Der Vater betreibt im Zentrum der Stadt, in einer Seitenstrasse der belebten Friedrichstrasse, eine Gastwirtschaft.

1898
Die Familie zieht nach Stolp in Pommern um, wo der Vater die Freimaurerloge bewirtschaftet. Illustrationen in Wochenzeitschriften wie ├ťber Land und Meer, Fliegende Bl├Ątter, Meggendorfer Bl├Ątter und Leipziger Illustrierte entz├╝nden die Phantasie des Kindes.

1901
Nach dem Tod des Vaters kehrt die Familie nach Berlin zur├╝ck, in das Arbeiterviertel Wedding.

1902
Erneuter Umzug der Familie nach Stolp. Der Junge erlebt dort eine unbeschwerte Kindheit.

1905
Der Zw├Âlfj├Ąhrige f├╝llt sein erstes Skizzenbuch mit Zeichnungen nach Ludwig Richter, Eduard Gr├╝tzner und Wilhelm Busch.

1909
Grosz besteht die Aufnahmepr├╝fung der K├Âniglichen Kunstakademie in Dresden und erh├Ąlt zwei Jahre sp├Ąter das Ehrenzeugnis der K├Âniglichen S├Ąchsischen Akademie der Bildenden K├╝nste, Dresden.

1912
Im Januar ├ťbersiedlung nach Berlin und Bezug einer Wohnung mit Atelier im Stadtteil S├╝dende. Studium mit Emil Orlik.

1913
Achtmonatiger Aufenthalt in Paris. Aktzeichnen im F├╝nfminutentakt in der Malschule Acad├ęmie Colarossi.

1914
Zweiter Preis f├╝r Wettbewerbsarbeiten am Kunstgewerbemuseum der k├Âniglichen Museen zu Berlin. Einzug zum Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg und Entlassung im folgendem Jahr als "diesntumbrauchbar".

1916
Aus Hass auf das Krieg f├╝hrende Deutschland amerikanisiert Georg Gross seinen Namen in George Grosz. Erster Aufsatz von Theodor D├Ąubler ├╝ber George Grosz. Erste gemeinsame Montageversuche von Grosz und John Heartfield. Im Dezember Beginn der Arbeit an dem Gem├Ąlde Metropolis, dem Bild einer Grossstadt nach dem Prinzip der Collage (Sammlung Thyssen-Bornemisza, Madrid).

1917
Zweiter Einzug zum Kriegsdienst und endg├╝ltige Entlassung als "dauerhaft kriegsunbrauchbar". Im Juni erscheint unter dem Titel Neue Jugend eine gemeinsame Montage von Grosz und Heartfield unter Verwendung von Collage, Photographie und Typographie, die gleichzeitig als Prospekt zur Kleinen Grosz Mappe dient.

1918
Bezug des Ateliers in der Nassauischen Strasse 4, eine Adresse, die Grosz bis zur Auswanderung 1933 in die USA beibeh├Ąlt. Es entsteht das grossformatige Gem├Ąlde mit Collage Deutschland, ein Winterm├Ąrchen (heute verschollen).

1919
Grosz fertigt die DADA-Collage Ein Opfer der Gesellschaft - Remember Uncle August, the Unhappy Inventor (Centre Georges Pompidou, Paris), die im folgenden Jahr zusammen mit Deutschland, ein Winterm├Ąrchen auf der ersten DADA-Messe in Berlin gezeigt wird.

1920
"Erste Internationale DADA-Messe" in Berlin, mit mehr als 170 Exponaten. George Grosz und John Heartfield zeigen eigene und gemeinsame Collagen.

1922
F├╝nfmonatige Russlandreise. Die dabei gesammelten Erfahrungen f├╝hren im darauffolgendem Jahr zum Austritt aus der KPD, der Grosz seit 1918 angeh├Ârte. Im Malik Verlag erscheint Mit Pinsel und Schere: 7 Materialisationen, eine Mappe mit Reproduktionen seiner Collagen. In seiner Korrespondenz verwendet Grosz vermehrt selbst collagierte Postkarten.

1924
In diesem und dem folgenden Jahr l├Ąngere Reisen in Frankreich und Aufenthalte in Paris.

1927
Sechsmonatiger Aufenthalt an der franz├Âsischen Riviera, zuerst in La Pointe Rouge bei Marseille und dann in Cassis-sur-Mer.

1928
F├╝r die Auff├╝hrung von Jaroslav Hasek Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk an der Piscator-B├╝hne in Berlin fertigt Grosz zahlreiche B├╝hnenbildentw├╝rfe, Aquarelle, Zeichnungen und Vorlagen f├╝r Hintergrundprojektionen. Drei in der Mappe Hintergrund publizierte Bl├Ątter f├╝hren zu einem Prozess wegen Gottesl├Ąsterung, der 1931 in der f├╝nften Instanz mit Freispruch endet. In den Jahren zuvor musste sich Grosz bereits in Prozessen wegen "Beleidigung der Reichswehr" (1920) und "Verbreitung unz├╝chtiger Schriften" (1923) verantworten.

1932
Erste Reise nach New York zur Lehrt├Ątigkeit an der "Ar Students League". Es entstehen zahlreiche Collagen, von denen zwei in der Zeitschrift Vanity Fair ver├Âffentlicht werden.

1933
├ťbersiedlung nach New York, wenige Tage vor der Machtergreifung der Nazis. Weiterf├╝hrung der bereits 1932 er├Âffneten privaten Malschule und der Lehrt├Ątigkeit an der "Art Students League". Grosz wird am 8. M├Ąrz als erstem von Hunderten von Gegnern des Nazi-Regimes die deutsche Staatsb├╝rgerschat aberkannt.

1936
Illustrationsauftr├Ąge f├╝r Beitr├Ąge vor allem von amerikanischen Autoren in der Zeitschrift Esquire. F├╝r seine Karriere als Illustrator beginnt Grosz, eine Sammlung von Ausschnitten aus amerikanischen Illustrierten und Wochenzeitschriften mit Darstellungen von Alltagsobjekten und Szenen des Gesellschaftsleben anzulegen.

1937
Grosz ├╝berarbeitet bestimmte Motive in ihm zugesandten Monatsheften des Verlags Velhagen & Klasing zu politischen Collagen (heute Stiftung Archiv der Akademie der K├╝nste, Berlin).

1941
Wieland Herzfelde beginnt damit, zahlreiche Alben (heute verschollen) aus den mehr als zehntausend Zeitschriftenausschnitten, nach Sachgebieten geordnet, anzulegen. Das Museum of Modern Art, New York, ehrt Grosz durch eine Retrospektive, die anschliessend in weiteren St├Ądten Amerikas gezeigt wird.

1946
Dial Press, New York, ver├Âffentlicht seine Autobiographie A little Yes and a big No.

1948
Grosz wird in einer Umfrage unter amerikanischen Museumsdirektoren und Kunstkritikern als einer der zehn bedeutendsten amerikanischen K├╝nstler bezeichnet. Trotz zahlreicher Ehrungen und Verleihungen von Preisen bleibt seine finanzielle Situation prek├Ąr. Die AAA Gallery in New York zeigt erstmals eine umfangreiche Ausstellung der Stick-Men.

1952
Grosz fertigt The Musterbook: Textures, ein Collagenbuch mit hunderten von Ausschnitten farbiger Abbildungen aus amerikanischen Illustrierten und Wochenzeitschriften an (Stiftung Archiv Akademie der K├╝nste, Berlin).

1954
Ernennung zum Mitglied der "American Academy of Arts and Letters". Das Whitney Museum of American Art, New York, zeigt eine umfangreiche Retrospektive seines Werks.

1955
Im Rowohlt Verlag, Hamburg, erscheint die deutsche Ausgabe der Autobiographie Ein kleines Ja und ein grosses Nein.

1956
James Rosenquist, sp├Ąter einer der f├╝hrenden Pop-K├╝nstler, wird Sch├╝ler von George Grosz an der "Arts Students League".

1958
Grosz arbeitet wieder intensiv an Collagen. Bis Juni entstehen ├╝ber vierzig "Montagen", wie er sie nennt.

1959
R├╝ckkehr nach Berlin. Am 6. Juni stirbt George Grosz im Haus seiner Schwiegereltern am Savignyplatz an Herzversagen. Er wird auf dem Friedhof Heerstrasse in Charlottenburg neben Theodor D├Ąubler beerdigt.

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