Robert KlĂĽmpen: Reserviert, 2004

(Text zur Ausstellung)

An seine nahezu massstabgetreuen Darstellungen von Kiosken, Supermärkten und Türen, die im Februar und März 2001 während der Ausstellung „Bilk“ in Rheinfelden zu sehen waren, dürften sich einige von Ihnen erinnern können. Eine irritierende Koexistenz von scheinbarem Realismus und unterminierender Abstrahierung war diesen Darstellungen eigen. Auf den Ersten Blick meinte man in Klümpens Bildern gewohnte, gar bekannte Umgebungen wiederzuerkennen, bei näherer Betrachtung blieben jedoch Orte und Personen in absoluter Anonymität. Jedes einzelne Objekt wies formale und farbliche Wiedererkennungsmerkmale auf, die Aufschriften jedoch – die zur endgültigen Identifizierung von Nöten gewesen wären – blieben verschwommen.

Die wiederholt auftretenden männlichen Figuren bewahrten ebenfalls ihre Anonymität. Meistens in der Rück- oder Seitenansicht zu sehen, schienen sie unsere Betrachtung im Bild fortsetzen zu wollen. In ihrer reglosen Haltung schauten sie oft um Ecken, als wollten sie auf etwas aufmerksam machen, das uns vorenthalten blieb.

Seitdem hat sich für den Künstler und sein Werk einiges geändert. Von uns vorgeschlagen, erhielt Klümpen während der Art Cologne ’01 eine Förderkoje des Bundesverbandes Deutscher Galerien. Ausstellungen im In- und Ausland, sowie Stipendien und Auslandsaufenthalte folgten. Eine Auswahl der vergangenen, aber auch in Planung stehenden Ausstellungen finden Sie auf der Rückseite der beiliegenden Einladungskarte.

Nachtdarstellungen von hell erleuchteten BĂĽdchen, Kiosken, aber auch Kneipen und Sexshops sowie Strassenansichten mit Laternen, haben zu einem immer subtileren Farbeinsatz gefĂĽhrt. Die starken Kontraste der leuchtenden Farben werden von KlĂĽmpen meisterhaft in einer abgestuften Skala aufgetragen, die von matt deckend bis leuchtend durchsichtig reicht. Diese Lasuren bringen ganz besonders das Fenster oder TĂĽren durchscheinende Licht sowie dessen Spiegelung auf dem Boden zum Leuchten.

Mysteriös sind die von Robert Klümpen geschaffenen Werke nach wie vor. Etwas unscharf, fast wie ein Abglanz, erscheinen uns die Ausschnitte städtischer Ansichten. Orte, die überall und nirgendwo angesiedelt werden könnten. Anonymität, welche durch den gänzlichen Verzicht auf Darstellungen menschlicher Figuren in den jüngsten Werken verstärkt wird. Dem Betrachter gegenüber bleibt Klümpen sehr „reserviert“ und lässt viel Freiraum für Interpretationen. Selbst in der Titelgebung – meist auf „O. T.“ beschränkt - findet man keinen Anhaltspunkt für die Entschlüsselung des Dargestellten.

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