Daniel Spoerri

1930
In Galati (Rumänien) geboren; Vater: Isaac Feinstein, Missionar der norwegisch-lutheranischen Kirche;
Mutter: Lydia Feinstein-Spoerri 

1942
Flucht mit der Mutter und (fĂĽnf) Geschwistern nach ZĂĽrich. Lebt bei seinem Onkel, Professor Theophil Spoerri. Die Familie nimmt den Namen der Mutter an. 

1949
Lernt Jean Tinguely und Eva Aeppli kennen. Theatertanzschule ZĂĽrich (Max Terpis). 

1952
Stipendium fĂĽr ein Tanzstudium in Paris; dort auch Arbeit als FremdenfĂĽhrer. 

1954 -1957
Erster Tänzer am Berner Stadttheater.
Freundschaft mit Dieter Roth und Bernhard LuginbĂĽhl, Claus Bremer, AndrĂ© Thomkins und Meret Oppenheim. 

1955
Choreografie zum Farbenballett
Verfasst eine Reihe Konkreter Gedichte. 

1956
Inszenierung von Picassos surrealistischem Drama “Wie man Wünsche am Schwanz packt” (Bern); deutschsprachige Erstaufführung von Ionescos “Die kahle Sängerin” und Jean Tardieus „Die Sonate von den drei Herren“.
Allmähliche Abwendung vom Tanz. 

1957-1959
Zweijahresvertrag als Regieassistent am Theater Darmstadt.
Heirat mit Vera Mertz.
Freundschaft mit Emmett Williams.
Gibt die Zeitschrift „material“ fĂĽr Konkrete Dichtung heraus, deren erste Ausgabe eine Anthologie konkreter Poesie ist. 

1958
Lernt Pol Bury und Jesus-Rafael Soto kennen. 

1959
RĂĽckkehr nach Paris. Wohnt im Chambre No.13 im Hotel Carcassonne, Rue Mouffetard.
Begründet die „Edition MAT“(Multiplication d’art transformable).
Lernt Marcel Duchamp, Man Ray und Robert Filliou kennen. 

1960
Mitunterzeichner des Manifests des «Nouveau Réalisme».
Erste „Fallenbilder“ werden beim «Festival d’art d’avantgarde», Palais des Expositions de la Porte de Versailles, Paris ausgestellt. 

1961
Erste Einzelausstellung in der Galleria d’arte von Arturo Schwarz in Mailand.
Spoerri organisiert die Ausstellung “Bewogen Beweging” im Stedelijk Museum, Amsterdam.
Das Fallenbild “Petit déjeuner de Kichka” wird im Museum of Modern Art (MoMA), New York in der Ausstellung “The Art of Assemblage” gezeigt und angekauft.
Freundschaft mit Karl Gerstner. 

1962
Zur Ausstellung in der Galerie Lawrence in Paris erscheint die “Topographie anecdotée du hasard” (Anekdoten zu einer Topographie des Zufalls), ein literarisches Fallenbild, seither mehrfach ergänzt und neu herausgegeben.
Zwei Räume in der Ausstellung “Dylaby” (mit Tinguely, Niki de St.Phalle, Rauschenberg u.a.), Stedelijk Museum, Amsterdam.
Ulmer Theater, FallenstĂĽck “Ja Mama, das machen wir!” von Daniel Spoerri. 

1963
Neben den Fallenbildern entstehen sogenannte „DĂ©trompe-l’oeil-Bilder“ und Sammlungen wie die „Optique Moderne“. 

1964
Wohnt im Chelsea-Hotel New York.
Gag-Festival, Haus am LĂĽtzowplatz, Berlin.
Beginn der Freundschaft mit Roland Topor.
Setzt in Zusammenarbeit mit Karl Gerstner die „Edition MAT“ fort. 

1965
RĂĽckkehr nach Paris. 

1966/67
Rückzug auf die ägäische Insel Symi, wo das Gastronomische Tagebuch entsteht, sowie die Serie Magie à la Noix – 25 Zimtzauberobjekte (betextete Objekte).
Gibt die Zeitschrift „Le Petit Colosse de Symi“ heraus.
Aufenthalt in Nantes, Arbeit an den Symi-Texten. 

1968
Das Buch ĂĽber Symi (Mythological Travels of a Modern Sir Mandelville) erscheint.
Am 18. Juni Eröffnung des Restaurant Spoerri in Düsseldorf.
Lebt in DĂĽsseldorf. 

1969
Tony Morgan realisiert den Film “Resurrection” nach einem Konzept von Daniel Spoerri. 

1970
Eröffnung der Eat Art Galerie über dem Restaurant Spoerri (D.S. presents Eat Art; Ausstellungen mit Werken von Richard Lindner, Arman, Luginbühl, Beuys, Roth u.a.).
Die erste Bronzeskulptur „Santo Grappa“ entsteht.
Bankett Menu travesti – Banana Trap Diner, Edinburgh
Bankett Henkel-Bankett, DĂĽsseldorf
Bankett Ultima Cena, Mailand (Menu-Grafik wird von allen Nouveau Realisten unterzeichnet).
Lebt in Cavigliano (Tessin). 

1971-72
Erste Retrospektive “Hommage an Isaak Feinstein (..)”, Stedelijk Museum, Amsterdam (darin: “Menschenfallen” und “Wenn alle Künste untergeh’n, die edle Kochkunst bleibt besteh’n”).
Lebt in Toggwil am ZĂĽrichsee. 

1972
Retrospektive (darin zum ersten Mal die „Morduntersuchungen“) im Helmhaus, Zürich und im Centre National d’Art Contemporain, Paris.
Aufführung von Tristan Tzaras “Das Gasherz”, Düsseldorfer Schauspielhaus.
Die Bretonische Hausapotheke (eine Sammlung von 117 Wassern aus bretonischen Heilquellen beginnt (-1977).
“L’année 72” (Ein Jahr lang wird im Restaurant Spoerri jeden Tag ein Tisch fixiert).
Bankett: “Die KĂĽche der Armen der Welt” Ruhrparkcenter, Bochum. 

1973
DAAD Stipendium fĂĽr 1 Jahr Berlin.
Erwirbt die Mühle „Moulin Boyard“ (Loiret), südlich von Paris .
Regie bei dem TheaterstĂĽck “Der MĂĽller und sein Kind” von Ernst Rauprich, DĂĽsseldorfer Schauspielhaus. 

1974
BĂĽhnenbild fĂĽr "Professor Unrat" von Heinrich Mann, Schauspielhaus Bochum; Regie: Peter Zadek 

1975
"Le Coin du Restaurant Spoerri" wird in der Galleria Multhipla, Mailand gezeigt; dort auch: "12 Bankette" und "Cucina Astro Castro - 12 Stelle"
Zwei Monate »Artist in Residence« an der Art School, San Francisco 

1977
Im “Crocrodrome”, einer Gemeinschaftsarbeit von Jean Tinguely mit Freunden: “Le musĂ©e sentimental” und “La boutique aberrante”. 

1977-82
Lehrt an der Fachhochschule für Kunst und Gestaltung in Köln. Vorlesungen privat erlebter Kunstgeschichte “Kunstgeschichte aus dem Nähkästchen”.
Verschiedene Projekte mit Studenten (Bankette, Ausstellungen)
Das Buch „Heilquellen der Bretagne“ (von Daniel Spoerri und Marie-Louise Plessen) erscheint.
Biennale von Sydney, Australien, wo neben einer von Wind und Sonne mumifizierten Kuh ein Video des Films Resurrection gezeigt wird.
BĂĽhnenbilder zu “Wintermärchen”, Regie: Peter Zadek und “Der Menschenfeind” (in Ăśbersetzung von H.M. Enzensberger), Regie: Peter Zadek. 

1978/79
Dokumentarfilme "Die Heiligen Brunnen der Bretagne" (mit Marie-Louise Plessen) und "Vorgärten der Kunst" (über Art-Brut-Architekten, mit Marie-Louise Plessen).

1979
Ausstellung “Le MusĂ©e Sentimental de Cologne” (mit Studenten der Kölner Fachhochschule und Marie-Louise Plessen) Kölnischer Kunstverein, Köln. 

1980
“L’Attrappe Tripes – 17 Bankette”, beim Eat Art Festival, Maison de la culture, Chalon-sur-Saône.
Dokumentar-Kurzfilm: “Le Manège de Petit Pierre” (mit Marie-Louise Plessen), ausgezeichnet mit dem „Silbernen Filmband“. 

1982
Ausstellung “Oeuvres rĂ©cents”, Galerie Beaubourg, Paris. 

1982/83
Gastdozent an der Sommerakademie fĂĽr Bildende Kunst, Salzburg. MusĂ©e sentimental: „Salzburg Inkognito”. 

1983
Professur an der Kunstakademie MĂĽnchen.
Projekte mit Studenten (1983-89) (Bankette, Ausstellungen)
Gastdozent an der Ecole des Beaux Arts, Brest.
Lernt Pietro Caporella kennen, der bis 2005 die meisten Bronzen von Daniel Spoerri gieĂźen wird.
Lebt in MĂĽnchen und Ueberstorf. 

1984
Spoerri presents...”, KĂĽnstler-Vorträge in der Kunstakademie MĂĽnchen von Christo, Lily Fischer, Karl Gerstner, Bernhard LuginbĂĽhl, Hermann Nitsch, Fritz Schwegler, Oswald Wiener, Jean Tinguely, Roland Topor. 

1985
Ehrengast im Ganserhaus, Wasserburg/Inn.
Bankett: “Tripes chez Talman” (Kuttelfest in Ueberstorf). 

1986
Ethnosynkretismen, Assemblagen, in denen afrikanische Masken und andere Kultgegenstände verwendet werden.
“Les Nouveaux Réalistes” (Retrospektive, Musée d’Art Moderne, Paris; Kunsthalle, Mannheim.
Projekt mit Studenten “Periit pars maxima”, Kunstverein München.
Bühnenbilder zu: “Leonardo hat’s gewusst” von Roland Topor;
“Das Leben ist ein Traum“ von Calderon de la Barca, AuffĂĽhrung: Freie VolksbĂĽhne, Berlin. 

1987
Gastdozent an der Hochschule fĂĽr Angewandte Kunst, Wien.
Projekte mit Studenten.
Das Buch “Dogma I am god” erscheint. Es ist dem Simyoten Kosta Theos gewidmet. 

1988
Projekt mit Studenten “La Belle et la BĂŞte”, Fundushalle, MĂĽnchen. 

1989
Gibt den Lehrstuhl und Beamtenstatus an der Kunstakademie München auf um sich wieder ganz der eigenen Arbeit widmen zu können.
Lebt in Paris und Italien (Arcidosso).
Organisiert den Raum “Freunde” in der Retrospektive André Thomkins, Akademie der Künste, Berlin.

1989-90
Variation der Fallenbilder mit den sogenannten „Künstlerpaletten“ (Arbeitstische von befreundeten Künstlern).
Organisation der Ausstellung “L’accademia di Monaco visita l’accademia dell’Amiata”, Castello Aldobrandesco, Arcidosso. 

1990/91
Lebt in Paris und in Seggiano (“Il Giardino”), Italien. 

1991
Atelier im Hôpital Ephémère.
“Biennale de Lyon”.
Jean Tinguely stirbt einen Tag vor dieser Biennale. 

1992
Gestaltung des Restaurants fĂĽr den “Schweizer Pavillon” fĂĽr die Expo in Sevilla.   

1993
Der französische Staat verleiht Spoerri den “Grand Prix National de la Sculpture”.
Gestaltung der Salle du Roi im Schloss Oiron (10 „Armures“). 

1997
Einweihung der Stiftung Hic terminus haeret – Il Giardino di Daniel Spoerri.
Bankett “Samenessen”, Villa Haar, Weimar.
Bankett “Arm und Reich”, Galerie Tangelberg, Kulturvermerke.

1998
Coin du Restaurant Spoerri in der Ausstellung “Out of Actions”, MOCA, Los Angeles.
Bankett “Un coup de dés n’abolira jamais le hazard”, Wien.
Bankett “Palindromisches Diner”, Vakanz, Schwarzenberg.

2001
Retrospektive, Museum Tinguely, Basel
Im Skulpturenpark Il Giardino sind mittlerweile 70 Skulpturen installiert. 

2002
Le Restaurant Spoerri au Jeu de Paume”, Ausstellung und sieben verschiedene Bankette im Museum Jeu de Paume, Paris.

2004
Installation des Fleischwolfbrunnens in Bremen. 

2005
Daniel Spoerri wird EhrenbĂĽrger von Seggiano.

2006
Recherche „Obothritische Altertümern“, die sich als „Prillwitzer Idole“ herausstellen. Große Skulpturen zu diesem Thema, die zuerst in Belgien gezeigt werden (Fondation Grard). „Schutzheilige und Beschützer“ Projekt mit der Kreativabteilung der Gemeinnützigen Werkstätten Kölns „Allerhand“. Gemeinsame Ausstellung in der „Bottmühle“, Kö Serie „Piume per capelli – Hutfedern“, erstmals gezeigt in Rom.

2007
Umfangreiche Ausstellung zum Thema „Prillwitzer Idole“ in Schwerin,
Beginn einer Serie von „Faux tableaux pièges“, inszenierte und bestimmten Personen gewidmete Tische.
Für die Ausstellung „Nouveau Réalisme“ inszeniert D.S. einen Ausstellungsraum als „chambre basculé“ wie bereits in den 1970er Jahren. Die Exponate in diesem umgekippten Museumsraum sind Nachahmungen von Werken der Nouveaux Réalistes.
Für die Mailänder Ausstellung „Ultime Cene“ in der Galleria delle Stelline, arbeitet D.S. zum ersten Mal mit Marmor. Er lässt in Anlehnung an das Abendmahl, 13 Tableaus aus Carrara-Marmor meißeln. Dargestellt sind die Speisen, die berühmte Persönlichkeiten kurz vor ihrem Tod zu sich genommen haben.
Umzug nach Wien. (Anlässlich dieses Umzugs entsteht ein weiterer Dokumentarfilm von Felix Breisach über Daniel Spoerri).

2009
Eröffnung Ausstellungshaus Spoerri und Esslokal in Hadersdorf am Kamp (A).

2016
Lovis Corinth-Preis, vergeben von der KĂĽnstlerGilde e.V. und dem Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg.

Galerie Henze & Ketterer
Kirchstrasse 26, CH 3114 Wichtrach
Tel. +41 (0)31 781 06 01
Galerie Henze & Ketterer & Triebold
Wettsteinstrasse 4, CH 4125 Riehen
Tel. +41 (0)61 641 77 77