RIEHEN / BASEL

ALFONSO HÜPPI
Zum 80. Geburtstag

14. Februar - 30. April 2015

Minikatalog (PDF)

  • Hueppi-1964-8PL-Grabdeckel-fuer-Wilhelm-Tell 03

    Alfonso Hüppi
    Grabdeckel für Wilhelm Tell.
    Acryl auf Holz 1965
    101 x 69 cm.
    Verso signiert, datiert und betitelt.
    Obj.Id. 66210

  • Hueppi-1990-8PL-2-Holzkoepfe-

    Alfonso Hüppi
    Zwei Holzköpfe.
    Holz, Kasein, 2-teilig 1990.
    27 x 40 x 18 cm und 33 x 31,5 x 11 cm.
    Obj.Id. 67267

  • Hueppi-1966-8PL-Pal-X

    Alfonso Hüppi
    Pal X.
    Kasein, Holzpalette 1966.
    93 x 60 x 14 cm.
    Verso signiert, datiert und betitelt.
    Obj.Id. 66424

  • Hueppi-2000-8PL-Euro

    Alfonso Hüppi
    EURO.
    Kunststoff, Acryl, lackiert 2000.
    Durchm: 180 cm; Tiefe 20 cm,
    Sockel 15 x 20 x 100 cm.
    Obj.Id. 67257

  • Hueppi-1970-7L-Das-15

    Alfonso Hüppi
    Das 15. Blatt.
    Farbserigraphie 1971.
    1 von 100. Signiert und datiert.
    44 x 31,3 cm auf 65 x 50 cm.
    Obj.Id. 66443

  • Hueppi-2001-8PL-Concilium

    Alfonso Hüppi
    Concilium.
    Holz, Acryl 2001.
    Durchm: 130 cm; Höhe: 48 cm.
    Obj.Id. 67245


ALFONSO HÜPPI

Zum 80. Geburtstag

14. Februar - 30. April 2015

 

Alfonso Hüppi wurde am 11. Februar 1935 in Freiburg im Breisgau geboren. Anlässlich seines 80. Geburtstages zeigen wir in unserer Galerie in Riehen/Basel Werke aus seinem zeichnerischen, graphischen und bildhauerischen Oeuvre aus den vergangenen Jahrzehnten.

Hüppi ist ein Meister der Linie. Diese wölbt sich und biegt sich, sie krümmt sich und bricht im Zickzack ab, sie umschliesst und umfasst, sie endet abrupt. Die Linie kann aber auch zum Strich und sogar zum Punkt verkümmern. Die Ausbildung in und anschliessende Lehre der Kalligraphie an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg lässt sich hierin gut erkennen. Die Linie ergibt biomorphe, ja bisweilen sogar anthropomorphe Formen, sie abstrahiert, sie vereinfacht, bleibt aber der umgebenden Realität oftmals verhaftet. Gesichter, Köpfe und der Baum gehören zu den beliebtesten Themen, die wir aus dem Dargestellten herauslesen können. Zu Punkten für Augen, Nase und Mund reduziert erscheinen diese beispielsweise in den Werken "Euro" aus dem Jahr 2000 und "Concilium" aus dem Jahr 2001. Neugierig schauen uns die grossen Kulleraugen dieser kreisrunden Mondgesichter an. Sie erinnern an Karikaturen, bleiben aber seltsam ernst dabei. Sie bringen uns nicht zum Lachen, vielleicht gerade noch zum Schmunzeln, aber eher noch zum Nachdenken. Sie erinnern an den weitverbreiteten und erfolgreichen "Smiley", könnten entfernte ernsthaftere Verwandte davon sein und haben sich zu einem der Markenzeichen von Hüppi entwickelt.

Ebenfalls typisch für das Werk des Künstlers, der heute in Baden-Baden lebt und arbeitet, ist der stilisierte Baum, dem zahlreiche Darstellungen aus allen Schaffensperioden in sämtlichen Techniken gewidmet sind. In dem Werk "Baum" von 1968 beispielsweise ist ein stark reduzierter Stamm mit Baumkrone zu sehen, hier in pink gehalten und von Silberfarbe abgegrenzt. Der Baum geht nahtlos in die Umrandung über, die ebenfalls in pink gehalten ist. Dieses Werk in Tempera auf Heraklit-Platte ist eine der stringentesten Ausführungen des Themas, da die Binnenzeichnung völlig aufgegeben wird zugunsten einer Fokussierung auf die Gesamterscheinung des dargestellten Objektes. Der Baum in "Das 15. Blatt", von dem es Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre mehrere Variationen gibt, zeigt in einer durchgehenden Linie die Umrisse des bewachsenen Bodens, des Baumstammes und der Baumkrone, die in gewellter Abfolge von Bögen und angedeuteter Binnenzeichnung erscheint. Vorwiegend Pastellfarben wurden hier zum Ausfüllen der Zwischenräume eingesetzt: Rosa und Türkis vorzugsweise.

Die starken roten, blauen und grüne Töne, wie sie in unserer Einladungskarte zu sehen sind, bilden eher eine Ausnahme in Hüppis Werk. Der "Grabdeckel für Wilhelm Tell" von 1964 ist ebenfalls von der Linie bestimmt und zwar einer breit gehaltenen schwarzen Abgrenzungslinie, die parallel konzentrisch oder Pfeile-bildend die Darstellung prägt. Bezeichnend ist hier der Bildträger: unbehandelte Holzlatten, in denen Astlöcher, Aussparungen und die raue Oberfläche kaum kaschiert werden. Ganz im Gegenteil werden diese in die Darstellung miteinbezogen und beherrschen sie.

Mit diesem Werk zeigen wir in der Ausstellung ein weiteres Charakteristikum in Hüppis Werk: Bereits mit dem "Fahrrad-Rad" 1913 und mit dem "Flaschentrockner" 1914, sowie mit der "Fontäne" 1917 gelang es Marcel Duchamp etwas völlig neuartiges zur Kunst zu erklären und zwar Gegenstände aus dem Alltag. Dies waren die allerersten sogenannten Ready-Made Kunstwerke. Sie revolutionierten die Kunst, nahmen dem Kunstwerk die Notwendigkeit des Einsatzes der künstlerischen Hand, der künstlerischen Gestaltung. Mit den Ready-Made aidé verfeinerte sich dann diese neue Ausdrucksform und es entstand die überarbeitete Objektkunst: Fundstücke wurden bearbeitet und zu Kunstwerken erklärt.

In dieser Tradition ist unser Einladungsbild zu sehen und viele weitere Werke von Alfonso Hüppi. So zum Beispiel zu erkennen in "Pal X" aus dem Jahr 1966, einer umgekehrten und bemalten Holzpalette, die an der Wand befestigt wird, oder in "Zwei Holzköpfe" von 1990, wo Restholz bemalt und aufgestellt wurde. Diese Art von Kunstwerken aus Holz-Fundstücken können auch einer weiteren Verfremdung durch Giessen unterzogen werden, sodass wir vor einer Bronze stehen, die lediglich wie Holz aussieht, dessen Maserung zeigt, aber eben verfremdet durch Guss und nachträgliche Bemalung. Auch von diesen Werken werden Sie einige Beispiele in unserer Hüppi gewidmeten Ausstellung sehen können.

Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlichst dazu ein, sich diese Werke ab dem 14. Februar (Vernissage von 12 bis 19 Uhr) in unseren Ausstellungsräumen in Riehen/Basel anzuschauen.

Verbinden Sie doch einen Besuch in unserer Galerie mit einem Gang durch die wunderbaren Ausstellungshallen der Fondation Beyeler, die sich nur wenige hundert Meter von uns entfernt im Dorfkern von Riehen befindet.

Wir würden uns sehr freuen, Sie in unserer Galerie begrüssen zu dürfen.

Alexandra Henze-Triebold

 

Für weitere Informationen über Programm und Aktivitäten der Galerie, laden wir Sie herzlich auf unsere Webseite ein: www.henze-ketterer-triebold.ch

Galerie Henze & Ketterer
Kirchstrasse 26, CH 3114 Wichtrach
Tel. +41 (0)31 781 06 01
Galerie Henze & Ketterer & Triebold
Wettsteinstrasse 4, CH 4125 Riehen
Tel. +41 (0)61 641 77 77