RIEHEN / BASEL

Abstrakte Werke
BOTT - HARTUNG - THIELER - WINTER

9. Mai - 29. August 2015

Einladungskarte (PDF)

Minikatalog (PDF)

  • Bott 1953 2A H0291 Ondes 05

    Francis Bott
    Ondes.
    Mischtechnik auf Karton 1953. Henze 291.
    Signiert und datiert. 45,5 x 56 cm.
    Obj. Id. 66259

  • Hartung-1947-50-8PL-K375-Organische-Form

    Karl Hartung
    Organische Form.
    Bronze um 1947/50. Krause 375.
    (6+1 Exemplare).  Höhe 16 cm. Mit Nachlass-Stempel.
    Obj. Id. 69134

  • Thieler-1995-2A-o.T. 79778

    Fred Thieler
    o.T.
    Mischtechnik auf Papier hinter Glas 1995.
    Signiert und datiert. 70 x 98 cm.
    Obj. Id. 79778

  • Bott-1955-2A-nbH-Composition

    Francis Bott
    Composition.
    Mischtechnik 1955. n.b.Henze.
    Auf schwarzem Papier. Signiert und datiert. 48 x 50 cm.
    Obj. Id. 67949

  • Winter-1954-1G-L1667-Komposition-in-Rot-und-Blau

    Fritz Winter
    Komposition in Rot und Blau.
    Öl auf Leinwand 1953. Lohberg 1667.
    Monogrammiert und datiert. 51 x 70,5 cm.
    Obj. Id. 67924

  • Thieler-1992-1G-M9-153-Kometenschauer 79774 01

    Fred Thieler
    Kometenschauer.
    Mischtechnik auf Leinwand 1992.
    Melchior 9/53.
    Signiert und datiert. 115 x 120 cm.
    Obj. Id. 79774


Abstrakte Werke

BOTT - HARTUNG - THIELER - WINTER

9. Mai - 29. August 2015

Francis Bott, Karl Hartung, Fred Thieler und Fritz Winter sind allesamt Künstler, die in Deutschland zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts geboren wurden und die sich künstlerisch nach realistischen Anfängen der Abstraktion widmeten. Dies zumeist im Verborgenen, da Sie während der Zeit des Nationalsozialismus ihr nicht politisch konformes Oeuvre verstecken mussten. Den Umständen zum Trotz schafften es alle vier Künstler auch während des zweiten Weltkrieges kontinuierlich zu arbeiten und ihre künstlerische Entwicklung voranzutreiben.

Francis (eigentlich Ernst) Bott wurde 1904 in Frankfurt am Main geboren und verbrachte viele Jahre als Vagabund auch im Ausland. Er musste immer wieder neben der Malerei auch andere Tätigkeiten ausüben, um überleben zu können. Seine ersten Malereien datieren 1933 und bleiben bis zum Ende der 30er Jahre dem Realismus, vor allem dem Surrealismus verpflichtet. Danach schuf Bott ein abstraktes Werk, das sich in Serien aufteilen lässt, die sich zeitlich überschneiden. Die in unserer Ausstellung gezeigten Werke stammen aus den 50er und der 60er Jahre und zeigen die Entwicklung in seinem Werk von einer noch der Realität einer von oben gesehenen Stadt verpflichteten Darstellung bis zu einer immer freieren Komposition, stark geprägt von der Vorliebe des Künstlers für die Farbe Blau. Bott schuf zu dieser Zeit vorwiegend mit Ölfarben, die er gerne mit Sand und anderen Materialien mischte. Dies nicht nur auf Leinwand, sondern auch auf Hartfaserplatte und auf Papier. Ich habe Francis Bott noch persönlich kennengelernt und werde nie vergessen, wie er mir erklärte, dass ein Werk für ihn als vollendet galt, wenn man es nach allen Seiten umdrehen konnte und die Komposition in jeder Richtung im Gleichgewicht blieb. Das zeigte er mir anhand eines kleinen Werkes, das er in der Hand hielt und herumdrehte. Francis Bott starb 1998 in Lugano.

(Eduard) Karl Hartung wurde 1908 in Hamburg geboren und unternahm ab 1928 mehrere längere Studienreisen nach seiner Ausbildung an der Staatlichen Schule für freie und angewandte Kunst in Hamburg. Unter anderem lebte er einige Jahre in Paris und in Florenz. Seine erste abstrakte Plastik schuf Hartung 1935 und beschäftigte sich von da an gleichzeitig sowohl realistisch, wie auch abstrakt, wobei er es schaffte, Letzteres vor dem nationalsozialistischen Regime verborgen zu halten. Hartung arbeitete mit unterschiedlichen Materialien: Von Zement, über Terrakotta und Keramik, Gips und Stein bis hin zur Bronze. Wir zeigen in der Ausstellung einige Beispiele aus Hartungs abstraktem Werk, wobei man erkennen kann, dass der Künstler dabei nicht gänzlich die Realität ausschloss, sondern eher biomorphe Formen schuf. Karl Hartung starb 1967 in Berlin.

Fred (eigentlich Fritz Wilhelm Richard) Thieler wurde 1916 in Königsberg geboren (heute Kaliningrad). Seine frühesten abstrakten Werke stammen aus den späten 40er Jahren, aber auch er, da von einer jüdischen Mutter abstammend, musste während der Zeit des Nationalsozialismus untertauchen. Erst ab 1946 konnte er an der Akademie der Bildenden Künste in München Malerei studieren. Seine Werke zeichnen sich durch eine starke, dynamische Farbigkeit aus und in den Gemälden durch einen starken Farbauftrag. In unserer Ausstellung zeigen wir von Thieler Werke von Mitte der 50er bis Mitte der 90er Jahre. Der Künstler blieb bis zur seinem Tod 1999 in Berlin.

Fritz Winter wurde in Altenbögge 1905 geboren und erhielt seine Ausbildung ab 1927 am Staatlichen Bauhaus in Dessau. Auch er versteckte sein Werk erfolgreich vor den Nationalsozialisten, denn er arbeitete ab Ende der 20er Jahre immer abstrakter. Er konnte kontinuierlich daran arbeiten, musste aber vorwiegend auf Papier malen, um alles platzsparend einmauern zu können. Viele seiner Werke sind erst nach 1949 auf Leinwand aufgezogen worden. In unserer Ausstellung zeigen wir Werke vom Beginn der 30er Jahre bis Anfang der 70er Jahre. Eine umfangreiche Auswahl, aus der die künstlerische Entwicklung des Künstlers gut abzulesen ist. Besonders froh sind wir, darunter ein Blatt aus der bedeutenden Serie „Triebkräfte der Erde“ zeigen zu können. Winter starb 1976 in Herrsching am Ammersee.

Karl Hartung, Fred Thieler und Fritz Winter kannten sich durch das gemeinsame Engagement und die Präsentationen der Künstlergruppe „ZEN 49“ die sich programmatisch zur Abstraktion bekannte und gemeinsame Ausstellungen ausrichtete.

Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlichst dazu ein, sich diese Werke ab dem 9. Mai (Vernissage von 12 bis 19 Uhr) in unseren Ausstellungsräumen in Riehen/Basel anzuschauen.

Verbinden Sie doch einen Besuch in unserer Galerie mit einem Gang durch die wunderbaren Ausstellungshallen der Fondation Beyeler, die sich nur wenige hundert Meter von uns entfernt von Riehen befinden.

Wir würden uns sehr freuen, Sie in unserer Galerie begrüssen zu dürfen.

Alexandra Henze Triebold

Für weitere Informationen über Programm und Aktivitäten der Galerie, laden wir Sie herzlich auf unsere Webseite ein: www.henze-ketterer-triebold.ch

Galerie Henze & Ketterer
Kirchstrasse 26, CH 3114 Wichtrach
Tel. +41 (0)31 781 06 01
Galerie Henze & Ketterer & Triebold
Wettsteinstrasse 4, CH 4125 Riehen
Tel. +41 (0)61 641 77 77