Ernst Ludwig Kirchner

1. August-Feuer

1920
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Werkangaben

Radierung in Braun

Auf festem Kupferdruckpapier.

Einer von 5 bisher bekannt gewordenen Abzügen des Künstlers.

20 x 25 auf 27,5 x 35 cm.

Rückseitig mit dem Nachlass-Stempel und der Bezeichnung "R 366 V" in Tusche und "K9296" in Bleistift.

Gercken 1184; Dube R 332 III

Obj. Nr: 
67311
CHF 
9000
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WEITERE INFORMATIONEN

Am 1. August, dem Nationalfeiertag der Schweiz, werden nach Einbruch der Dunkelheit in den Bergen, oft in höchster und extremster Lage, grosse und stundenlang brennende Holzfeuer gezündet, vor allem bei ruhigem schönem Wetter ein eindrückliches Erlebnis. Kirchner schuf zahlreiche Aquarelle und Zeichnungen sowie zwei Radierungen und ein grossformatiges Ölgemälde dieses Eindruckes.

Vgl. das Gemälde "Bundesfeuer", 1920, Gordon 645, Privatbesitz, sowie die Radierung "1. August", 1920, Dube R 333.

angaben zum künslter

Ernst Ludwig Kirchner wird am 6. Mai 1880 in Aschaffenburg geboren. Nach seinem Abitur beginnt er im Jahr 1901 ein Architekturstudium in Dresden. In dieser Zeit entstehen Kirchners ersten Gemälde. Im Juni 1905 gründet er gemeinsam mit seinen Kommilitonen Fritz Bleyl, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff die Künstlergemeinschaft Brücke. 1906 veröffentlicht die Brücke ihr Programm in einem Holzschnitt Kirchners. Dieser fertigt neben ersten plastischen Arbeiten auch zahlreichen Druckgrafiken an. Das Experiment mit Technik und Farbe steht dabei für ihn im Vordergrund. In Berlin lernte er 1912 seine Lebensgefährtin Erna Schilling kennen. Im Jahr darauf löst sich die Brücke nach Differenzen über die von Kirchner verfasse Chronik der Brücke auf.

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges meldet sich Kirchner trotz voriger Ängste freiwillig zum Kriegsdienst. Er wird jedoch bald aufgrund seiner schlechten psychischen Verfassung entlassen und für dienstunfähig erklärt. Nach Aufenthalten in verschiedenen Sanatorien in Deutschland und in der Schweiz führt die Suche nach Heilung Kirchner 1917 erstmals nach Davos. Bereits ein Jahr später bezieht er das Bauernhaus «In den Lärchen», 1923 dann gemeinsam mit Erna den «Wildboden». Er fertigt in dieser Zeit skulpturale Möbel und beginnt, das umliegende Alpenpanorama in farbenprächtigen Gemälden festzuhalten. Sein sogenannter Neuer Stil ist geprägt von einer abstrahierten Formensprache, konturierten Farbflächen und leuchtenden Kontrasten.

Kirchner leidet unter der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland und der Diffamierung seiner als «entartet» ausgestellten Kunst. Er fürchtet einen Einmarsch der Wehrmacht nach Graubünden und beginnt, seine Gemälde zu übermalen und Skulpturen und Druckstöcke zu zerstören. Am 15. Juni 1938 erschiesst sich der erneut von Krankheit gezeichnete Künstler unweit seines Hauses.